Mai 2021

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Die lange Nacht der Kirchen - 28. Mai 2021

„Laudato si“ im Alltag – Gebet und Wissenswertes über unsere schützenswerte Heimat bot die pfingstliche Moorwanderung durch das Keutschacher Moor am 21. Mai. Fürs Gebet war der Organisator Mag. Peter Zwettler, für das nahezu allumfassende Wissen der Viktringer Biologe Dr. Wilfried Franz verantwortlich.
Das Keutschacher Seental mit seinen Mooren und Seen ist das Ergebnis der letzten Eiszeit und einer Jahrhunderte langen sanften Nutzung. Mit der Intensivierung der Land-wirtschaft und dem Strukturwandel verloren die Feuchtwiesen ab den 1960-er-Jahren zunehmend an Bedeutung und begannen zu verwalden. Der Lebensraum änderte sich, viele Pflanzen verschwanden und wurden durch die Ausbreitung des Schilfs verdrängt. Seit Jahren bemüht sich der „Ramsar-Verein-4-Seen-Tal-Keutschach“ gemeinsam mit den Grundbesitzern, einen Teil der Flächen wieder einer sanften Bewirtschaftung zuzu-führen. Über die Ergebnisse konnten sich die Teilnehmer der pfingstlichen Moorwande-rung vor Ort ein eindrucksvolles Bild machen– auf der einen Seite des Weges abge-trocknetes Schilf, auf der anderen Seite grüne Wiesen mit zahlreichen Blumen und Gräsern – Segge, Knabenkraut, wilde Primeln oder Kuckuckslichtnelke, um nur einige zu nennen. 

Ein 7 km langer Rundweg durch das Keutschacher Moor gibt Einblicke in die Entstehung der Landschaft, in die Tier- und Pflanzenwelt und die Naturschutzarbeit vor Ort. Anhand von Schautafeln erfährt man alles Wissenswerte über Geologie; die erste Besiedelung; Urlandschaft; die Lebensräume Blumenwiese, Feuchtwiese, Quellen, Wald, Bach und See, Streuobstwiese; Landwirtschaft und Lehmgrube. Dem umfangreichen Wissen von Dr. Franz ist es geschuldet, dass die Gruppe nur ein kurzes Stück des Weges zurück-legte, wusste er doch zu nahezu jedem Kräutlein und jeder Staude etwas Interessantes zu erzählen. Dank und Anerkennung der Zuhörer sind ihm dafür gewiss.